Erste Hilfe für die Katze

Vorbeugung

Viele Notfälle lassen sich vermeiden, indem man mögliche Gefahrenquellen ausschließt:
Daß zum Beispiel die Tiere im Sommer nichts in parkenden Autos (sei es auf dem Rastplatz während der Urlaubsreise oder vor dem Haus des Tierarztes dessen Wartezimmer überfüllt ist) zu suchen haben versteht sich von selbst. Überhaupt sollte man davon absehen, die Tiere an heißen Tagen im Auto zu transportieren! ... Ungesicherte Stromleitungen stellen für junge Tiere eine Gefahr dar, wenn sie darauf herumkauen....... Katzen können bei ihren Streifzügen in gekippten Fenstern hängenbleiben oder sich mit ihrem Halsband verheddern. ... Eine reibungslose Geburt läßt sich durch ausgewogene Fütterung während der Trächtigkeit, vorbereitende Tierarztbesuche und ein ruhiges, ungestörtes Plätzchen zur Niederkunft sichern.

Natürlich gibt es noch viele andere Bereiche, in denen wir auf die Sicherheit unserer “Tiger” achten und sie vor Verletzungen und Unfällen schützen können. Geschieht dennoch ein Unfall oder finden wir irgendwo auf der Straße ein verletztes Tier vor, können wir durch überlegtes Handeln vielleicht noch das Schlimmste zu verhindern.

Grundlagen der Ersten Hilfe

Ein akuter Notfall erfordert klares Denken und zielgerichtetes Handeln.
Die erste Regel lautet daher: Ruhe bewahren!

  • Obwohl einige Sofortmaßnahmen für das Leben des Tieres sehr wichtig sind, kann die Erste Hilfe niemals die Behandlung beim Tierarzt ersetzen! Das wichtigste Ziel sollte daher stets sein, baldmöglichst den Tierarzt zu erreichen. Ruft Euch Hilfe herbei, damit Ihr Euch auf lebensrettende Maßnahmen konzentrieren könnt, während ein Helfer assistiert, beim Tierarzt anruft, den Wagen fährt etc.
  • Falls das Tier noch auf Zurufen reagiert, nähert Euch vorsichtig und prüft den Zustand des Patienten. Seid darauf gefaßt, daß auch ein Euch bekanntes Tier in Notfallsituationen unvermittelt beißen und kratzen kann.
  • Sind keine Atembewegungen zu erkennen und wirkt das Tier völlig leblos, ist es möglicherweise durch sofortige Wiederbelebungsmanahmen noch zu retten.
  • Hellrot pulsierende Blutungen (Schlagader) sollten abgebunden werden oder mit einem sauberen Taschentuch oder einem Stapel steriler Gazetupfer aus der Notfallapotheke fest abgedrückt werden, während man das Tier zum Arzt transportiert.

Erste Kontaktaufnahme

Wenn man sich einem verletzten Tier nähert, sollte man daran denken, daß Tiere
unberechenbar sind, wenn sie Schmerzen, Angst oder einen Schock haben. Viele Besitzer sind in Notfallsituationen schon von ihrem eigenen Tier gebissen worden. Beim Annähern sollte man daher möglichst ruhig und behutsam auf das Tier einsprechen und auf plötzliche Situationen gefaßt sein. Eine Decke kann bei schwer einschätzbaren Situationen gute Dienste leisten: Man kann sie zur Not über das Tier werfen und es darin einwickeln. Ist das Tier bewußtlos und sind Verletzungen zu befürchten, kann man die Decke vorsichtig unter das Tier ziehen und sie dann mit einem Helfer wie ein Sprungtuch spannen. So vermeidet man, daß man durch Zupacken den Zustand des Tieres verschlimmert.

Prüfung der Lebensfunktionen

Bei einem bewußtlosen Tier kann man mit einfachen Mitteln den Zustand überprüfen:

  • Zunächst aus der Distanz auf Atembewegungen achten, sprich das Heben und Senken des Brustkorbs
  • Prüfen, ob das Tier auf Ansprache reagiert.
  • Prüfen des Kreislaufzustandes: Man hebt die Oberlippe an und drückt mit dem Finger auf das Zahnfleisch. Innerhalb von zwei Sekunden sollte sich die Stelle wieder rosa färben, andernfalls hat das Tier vermutlich einen Kreislaufschock erlitten.
  • Den Puls fühlt man beim Tier an der Innenseite des Oberschenkels, den Herzschlag kann man in Höhe des Ellenbogens am Brustkorb spüren.
  • Man kann mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten: Die Pupillen müssen sich daraufhin verengen, wenn das Tier noch zu retten sein soll.
  • Sind weder Pupillenreflex noch Anzeichen für eine Atmung und Herzschlag vorhanden, ist das Tier bereits tot. Reagieren jedoch die Pupillen noch, sollte sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.


Wiederbelebungsmaßnahmen

Ziel ist, die Sauerstoffversorgung der wichtigsten Organe wiederherzustellen. Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren. Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren. Geht bei einem leblosen Tier stets nach dem A-B-C-Schema vor:

  • A = Atemweg
    Öffnet das Maul und zieht die Zunge nach vorne. Seht in den Rachen und entfernt Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes, um die Atemwege freizulegen. Katzen können dazu auch an den Hinterbeinen festgehalten und kopfüber hochgehalten werden (JEDOCH NICHT BEI VERDACHT AUF WIRBELSÄULENSCHÄDEN!).
     
  • B = Beatmung
    Sind die Atemwege frei, kann man das bewußtlose Tier beatmen. Zieht hierfür die Zunge nach vorn, schließt die Schnauze mit der Hand und streckt den Hals. Beatmet das Tier durch dessen Nase (evtl. mit einem vorgehaltenen Tuch). Beatmet etwas alle 3 Sekunden und achtet darauf, daß sich der Brustkorb hebt, aber nicht zu sehr wölbt.
     
  • C = Circulation (Kreislauf)
    Prüft den Herzschlag an der seitlichen Bustwand und den Puls an der Innenseite des Oberschenkels. Seid Ihr sicher, daß ein Herzstillstand vorliegt, solltet Ihr eine externe Herzmassage vornehmen. Dazu legt Ihr eingefaltetes Tuch unter den Brustkorb des Tieres und legt Ihr Eure linke Hand flach auf den Brustkorb, etwa in Höhe des Ellenbogens. Danach preßt Ihr in schneller Folge fünf- bis zehnmal MIT ZWEI FINGERN der rechten Hand auf Eure Linke, um das Herz wieder zum Schlagen anzuregen. Beatmet das Tier jeweils ein- bis zweimal, bevor Sie den Herzschlag kontrolliert und ggf. erneut massiert.

Die Notfall-Apotheke

Eine Notfall-Apotheke sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. Mit wenigen Ergänzungen könnt Ihr sie auch für den Notfall am Tier ausstatten. Das soll jedoch keinesfalls eine Aufforderung zu Do-it-yourself-Behandlungsversuchen sein! Bei einem Notfall am Tier sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden!
Der Inhalt der Notfall-Apotheke sollte stets auf Verwendbarkeit überprüft und erneuert werden:

  • Polster- oder Verbandwatte (in Rollenform lassen sie sich schnell anlegen, herkömmliche Watte eignet sich aber auch)
  • Selbstklebende Bilde (mit elastischen Binde, die von selbst haften, können im Notfall sehr rasch Verbände befestigt werden (an den Pfoten niemals Wattepolster vergessen!)
  • Jod-Lösung (zur Desinfektion und Blutstillung, beispielsweise bei Nagelverletzungen, aber nicht bei größeren Wunden einsetzen!)
  • Ringer-Lösung (sterile Elektrolytlösung ist ideal, um Wunden zu reinigen und um Fremdkörper aus dem Auge zu spülen)
  • Mullbinden (eignen sich nicht nur zum Anlegen eines Wundverbandes, sondern auch zusammengerollt für einen Druckverband)
  • Sterile Gazetupfer (beim Tierarzt oder in der Apotheke zu bekommen)
  • Wundbalsam (beim Tierarzt erhält man ein geeignetes Mittel, mit dem man im Notfall Wunden desinfizieren und behandeln kann – wichtig ist, daß es nicht brennt!)
  • Verbandschere (mit abgerundeter Spitz, um die Verletzungsgefahr gering zu halten)
  • Kalzium-Trinkampullen (können bei Insektenstichen eingegeben werden)

 

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