Fütterungsmethoden

Dosenfutter

Vorteile:


An erster Stelle sind hier natürlich die bequeme Handhabung und die Lagerfähigkeit von circa einem Jahr zu nennen. Der Feuchtigkeitsanteil von 70 - 80 % ist ebenfalls ein Vorteil, da Katzen es von Natur aus gewohnt sind, ihren Feuchtigkeitsbedarf durch die Nahrung aufzunehmen. Die hochwertigsten Dosenfutter mit einem großen Anteil an tierischen Zutaten ohne zu viele Nebenprodukte sind beschränkt empfehlenswert.

Nachteile:

Es gibt große Qualitätsunterschiede, meistens sind billige, minderwertige Zutaten wie tierische und pflanzliche Nebenprodukte enthalten sowie schädliche Zusätze wie Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Zucker. Ferner enthält Dosenfutter meistens große Mengen Getreide, Fasern und zuwenig hochwertiges Protein. Durch die Verarbeitung und Sterilisation werden Fettsäuren und Aminosäuren verändert bzw. zerstört, Enzyme, Vitamine und Antioxidantien werden durch große Hitze vernichtet. Aus diesem Grund und da die Zutaten von Anfang an nicht ausgewogen sind, müssen Mineralstoffe, künstliche Vitamine und Aminosäuren zugesetzt werden. Katzen müssen sehr viel Dosenfutter fressen, um in etwa ihren Nährstoffbedarf zu decken. Viele nicht verwertbare Bestandteile müssen wieder ausgeschieden werden, so dass die Katze große Mengen übel riechenden Kots absetzt. Das Futter selbst ist sehr geruchsintensiv, wenn eine Dose geöffnet wird, breitet sich der Geruch überall aus. Das Futter besteht aus einem weichen Brei, das fördert Zahnerkrankungen, da die Katze nichts zum Kauen hat. Es ist mittlerweile erwiesen, dass der Stoffwechsel der Katze nicht darauf eingestellt ist, große Mengen an Getreide zu verarbeiten. Hochwertiges Dosenfutter ist verhältnismäßig teuer.

Trockenfutter

Vorteile:

Bequeme Handhabung, wenig Arbeit, geringe Geruchsbildung. Die Lagerfähigkeit wird mit mehreren Monaten angegeben, was mit Vorsicht zu betrachten ist, da die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren bei natürlicher Konservierung durch Vitamine schnell oxidieren können, insbesondere bei falscher Lagerung. Schimmelbildung ist ebenfalls ein häufiges Problem.

Nachteile:

Es treffen die bereits für Dosenfutter genannten Nachteile zu. Trockenfutter ist jedoch noch stärker denaturiert, da es zusätzlich zu den genannten Verarbeitungsprozessen getrocknet wird. Aus verarbeitungstechnischen Gründen muss Trockenfutter einen hohen Anteil an Getreideprodukten und Fasern haben, damit es Struktur bekommt und überhaupt zu Bröckchen formbar ist. Werbewirksam wird oft der als hoch erscheinende Proteingehalt erwähnt, der jedoch zum größten Teil aus Getreide besteht, welches eine schlechte Verdaulichkeit für die Katze hat und Stoffwechselprobleme verursacht. Zudem darf man natürlich nicht vergessen, dass man Futter mit verschiedenen Feuchtigkeitsgehalten nicht direkt vergleichen kann. Rechnet man Trockenfutter auf den Feuchtigkeitsgehalt von Dosenfutter hoch, schneidet ein hochwertiges Feuchtfutter meistens besser ab. Trockenfutter reinigt nicht die Zähne, auch wenn das immer wieder behauptet wird, sonst gäbe es nicht so viele Katzen, die trotz Trockenfutterverzehrs an Zahnstein leiden. Die Bröckchen sind viel zu klein, um ein ordentliches Kauen zu ermöglichen und werden sogar oft einfach ganz geschluckt. Wer beobachtet, wie eine Katze ein Beutetier frisst und kaut, sieht sofort den Unterschied.

Der größte Nachteil des Trockenfutters ist unserer Meinung nach der geringe Feuchtigkeitsgehalt von höchstens 10 %. Wie bereits erwähnt, ist die Katze in der Wildnis selten auf extra Wasser angewiesen, da sie ihr Wasserbedürfnis aus den Beutetieren stillt, die durchschnittlich 70 - 80 % Feuchtigkeit enthalten. Wenn die Katze mit Trockenfutter ernährt wird, ist sie ständig gezwungen, entgegen ihrer Natur Wasser zu trinken. Dies tut sie normalerweise nur, wenn es unbedingt nötig ist und sie großen Durst hat. Dann hat aber bereits die Dehydration im Körper eingesetzt, die kurzzeitig mit der Wasseraufnahme wieder aufgehoben wird, bevor der Kreislauf von vorn beginnt. Dies belastet den ganzen Organismus, insbesondere aber die Nieren und Harnwege. Eine Katze muss mindestens die dreifache Menge Wasser verglichen mit der aufgenommenen Menge Trockenfutter trinken, um auf den Feuchtigkeitsgehalt von 75 % in natürlicher Nahrung oder Dosenfutter zu kommen. Das bedeutet, eine Katze, die 100 g Trockenfutter am Tag frisst, muss ungefähr 300 g/ml Wasser trinken. Auch wenn dies vehement von den Futterproduzenten abgestritten wird, in neuesten US-Studien ist festgestellt worden, dass die Katzen insgesamt zu wenig trinken, wodurch der Harn stark konzentriert ist und die Bildung von Struvit- oder Oxalatkristallen begünstigt wird. Da man festgestellt hat, dass der Magnesiumgehalt in Verbindung mit geringer Harnmenge und einem alkalischen pH-Wert des Urins, der durch den hohen pflanzlichen Anteil im Futter entsteht, zu Struvitsteinen führt, hat man den Magnesiumgehalt im Trockenfutter drastisch gesenkt, und so besteht eine dauerhafte Unterversorgung dieses wichtigen Mineralstoffes, die zu Mangelerscheinungen führen kann. Ferner versucht man nun mit entsprechenden Inhaltsstoffen im Futter, den Urin anzusäuern, um den pH-Wert zu senken. Dies hat zur Folge, dass seit kurzem vermehrt Kalziumoxalatkristalle auftreten. Zur Zeit kommen beide Formen, Struvit- wie auch Oxalatsteine, häufig vor. Daraus resultierende Blasenentzündungen und Nierenerkrankungen treten ebenfalls sehr oft auf.

“Katzen fressen in der Natur eine Diät, die reich an Proteinen und gering an Kohlenhydraten ist. Ein Bedürfnis für Kohlenhydrate ist nicht bekannt, was bedeutet, dass eine Katze sehr gut von einer Kohlenhydrat freien Diät leben kann.” Waltham-Institut

“Ungeachtet der irreführenden Werbung kann Trockenfutter wesentlich mehr Probleme verursachen als beseitigen. Die Hersteller machen den Haustierbesitzer das Gegenteil glauben, da buchstäblich Milliarden Verkaufswerte auf dem Spiel stehen. Trockenfutter, fütterungsbereit verpackt, ist speziell für die Bequemlichkeit des Tierbesitzers designed, nicht für das Haustier.” Dr. med. vet. Dorsie Kovacs

Tischreste und Vegetarisches Futter

Vorteile:


Keine

Nachteile:

Diese Möglichkeiten sind indiskutabel, daher gehen wir nur am Rande darauf ein. Vegetarisches Futter wird in letzter Zeit von Vegetariern und unverständlicherweise ausgerechnet von Tierschützern propagiert, obwohl dieses Futter völlig ungeeignet und krank machend für ein Tier wie die Katze mit ihren speziellen Nahrungsansprüchen ist. Hier werden die Bedürfnisse des Tieres nicht respektiert, in diesem Fall der Katze. Um Schlachttiere zu schützen, nimmt man in Kauf, dass andere Tiere leiden und krank werden. Die vegetarische Ernährung der Katze ist tierschutzrechtlich nicht zu vertreten.

Selbstgekochtes

Vorteile:


Der größte Vorteil ist zunächst natürlich, dass man genau weiss, was in das Futter kommt, da man hochwertige Zutaten selbst einkauft. Man kann einen hohen Anteil an hochwertigem Fleisch mit nur wenigen pflanzlichen Zutaten, vorzugsweise Gemüse, verwenden. Man sollte das Fleisch nur kurz in möglichst wenig Wasser garen und das Kochwasser mit dem Futter verwenden. Wenn diese Kost entsprechend mit Ergänzungsmitteln ausgewogen gestaltet wird, ist die Qualität mit Sicherheit besser als Fertigfutter. Im Futter enthalten ist die Feuchtigkeit, was der Natur der Katze entgegenkommt. Vorausgesetzt, die Kost ist ausgewogen, ist sie beschränkt zu empfehlen.

Nachteile:

Es ist zeit- und arbeitsaufwändig, die Zutaten zu zerkleinern und zu kochen. Durch den Kochvorgang werden wichtige Enzyme, Vitamine und Proteine zerstört, verändert oder gehen in das Kochwasser über. Gekochtes Eiweiss ist für die Katze nicht so gut verwertbar und schwerer verdaulich als rohes. Es gehören schon sehr gute Kenntnisse dazu, die Kost entsprechend zu supplementieren, wichtig sind u. a. Vitamine, Mineralien und Taurin. Man sollte keinesfalls gekochte Knochen geben, da Knochen durch den Kochvorgang spröde werden und splittern, was Verletzungen verursachen kann. Daher ist dieses Futter für die Zähne nicht so gut geeignet. Selbstgekochtes kann bis zu 2 Tage im Kühlschrank oder bis zu 3 Monate in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden, je kürzer, desto besser.

Rohfutter

Vorteile:


Rohfutter entspricht der natürlichen Nahrung der Katze und ist unseres Erachtens die gesündeste Art der Fütterung. Es hat einen natürlichen Feuchtigkeitsgehalt, was dem Bedürfnis der Katze entspricht, ihren Wasserbedarf durch das aufgenommene Futter zu stillen. Der gesamte Körper ist darauf spezialisiert, kleine Mengen sehr hochwertiger tierischer Nahrung zu sich zu nehmen und zu verarbeiten. Es ist festgestellt worden, dass Katzen Rohfutter wesentlich schneller und rückstandsloser verdauen als Fertigfutter. Da die Inhaltsstoffe des Rohfutters nahezu vollständig vom Körper verwertet werden, entsteht keine Belastung für den Stoffwechsel, weil er keine schlecht verwertbaren oder unverdaulichen Stoffe mit den damit verbundenen Abbauprodukten verarbeiten und ausscheiden muss. Daher verwundert es nicht, dass Katzen mit sehr kleinen Mengen dieses Futters auskommen und entsprechend wenig Kot absetzen, der wohl geformt ist und kaum riecht. Rohfutter sorgt auf natürliche Weise für den richtigen pH-Wert des Urins. Rohkost enthält natürliche, lebenswichtige Proteine, Vitamine, Mineralien, Enzyme und Antioxidantien in einer Ausgewogenheit und Zusammenstellung, die man im Labor mit einzelnen minderwertigen Zutaten nicht nachahmen kann. Der Allgemeinzustand, das Immunsystem sowie der Verdauungstrakt profitieren davon in hohem Maße. Die Wirkung ist unübersehbar: Gesundheit, ein kräftiger, schlanker, muskulöser Körperbau, gesunde Haut und glänzendes Fell, gesunde Zähne, ein starkes Immunsystem mit geringer Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten, ein ausgeglichenes Wesen, Kätzinnen bleiben auch während der Aufzuchtphase gesund und kräftig und haben jede Menge Milch, keine Entwöhnungsprobleme und ein gesundes Heranwachsen der kräftigen, widerstandsfähigen Jungtiere. Mittlerweile haben Tausende von Katzen- und Hundebesitzern, die teilweise schon bis zu 30 Jahre Rohfütterungserfahrungen haben, bewiesen, dass so genannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Pankreatitis, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Harnwegserkrankungen, Hormonstörungen, Verdauungsprobleme oder Allergien durch die richtige Rohkosternährung verhindert bzw. nach Umstellung auf Rohfutter teilweise geheilt werden können. Normalerweise ist Rohfutter nicht teurer als Fertigfutter.

Nachteile:

Man sollte sich schon fundierte Grundkenntnisse aneignen, und es ist auch mit etwas Arbeit verbunden, die frischen Zutaten zu besorgen und das Futter herzustellen. Frisches Rohfutter ist im Kühlschrank höchstens 2 Tage haltbar, eingefroren sollte es nicht länger als 2 - 3 Monate gelagert werden, je kürzer, desto besser.

Etwas Nostalgie aus einem Katzenbuch von 1974 “Alles über Katzen”, Bärbel Gerber: ”Die Katze ernährt sich in der Natur vor allem von warmblütigen Kleintieren, von Mäusen und jungen Vögeln oder Eiern, Fische und wirbellose Tiere kommen gelegentlich dazu. Was die Wildkatze und die verwilderten Katzen als ihre naturgemäße Nahrung betrachten, sollten auch wir unserer Hauskatze bieten: Fleisch! Fleisch, und zwar roh und in frischem Zustand, ist die Hauptnahrung der Katze. (...) Größere Mengen pflanzlicher Kost sind zu vermeiden. Die Katze könnte sie nicht verwerten, bekäme vielmehr Verdauungsschwierigkeiten. Etwa 10 % pflanzliche Nahrung zum Fleisch ist richtig und wird sehr gern genommen. (...) Wo Geflügelbrutanstalten in der Nähe sind, kann ein sehr gutes Katzenfutter billig erstanden werden, nämlich Eintagsküken. Die Katze darf Eintagsküken ganz bekommen. (...) Und doch reicht das Fertigfutter nicht an Mahlzeiten aus frischem Fleisch und frischer Beikost heran. Es schmeckt der Katze auf die Dauer auch nicht. Darum sollte das Fertigfutter mehr als eine Reserve und Ausweichmöglichkeit betrachtet werden. Auf Reisen, im Urlaub und auf Austellungen ist Fertigfutter am bequemsten zu reichen.”

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