Die wichtigsten Nahrungsbausteine

Proteine

Die Katze braucht mehr Protein ( Eiweiß) als andere Heimtiere. Proteine liefern die lebenswichtigen Aminosäuren.

Wichtig für: Versorgung der Muskulatur, viele Stoffwechselfunktionen, Zellwachstum.

Quelle: Die Katze deckt ihren Proteinbedarf vorallem durch Fleisch, weniger über pflanzliche Produkte. Anders als der Mensch kann sie die lebenswichtige Aminosäure Taurin nicht selbst bilden, sondern muß sie über das Fleisch in der Nahrung aufnehmen. Neben Muskelfleisch kann man Niere, Lunge und Leber anbieten. Lunge eignet sich wegen ihres geringen Nährwerts eher zur Diäternährung übergewichtiger Tiere. Fleisch und Innereien sollten unbedingt frisch sein! Und man darf niemals vergessen das sie bakterielle Krankheitserreger oder Parasiten enthalten könnten, natürlich kann man sie auch gekocht verfüttern.

Bei Mangel: Bei unausgewogener, proteinarmer Ernährung wirkt die Katze apathisch. Taurinmangel ruft Augenprobleme hervor und kann zur Blindheit führen.

Besonderheiten: Schweinefleisch ist für die Katze ( und für den Hund) tabu, da es die Erreger der tödlichen Aujeszischen Krankheit enthalten kann. Nieren sind selten frei von Schad- und Giftstoffen, übermäßige Leberfütterung führt zu Skelettschäden.

Fette

Fette sind wichtige Energielieferanten und beeinflußen den Geschmack des Futters.

Wichtig für: Nur mithilfe leicht verdaulicher Fette nimmt der Stoffwechsel der Katze die Fettlöslichen Vitamine A, D, E und K auf.

Quelle: Tierische und pflanzliche Fette. Katzen brauchen eine Fettreichere Nahrung als Mensch oder Hund. Wichtig ist das richtige Verhältnis zwischen tierischen und pflanzlichen Fetten und die Qualität der Fette.

Bei Mangel: Unzureichende Versorgung mit gesättigten und ungesättigten Fettsäuren führt zu verzögertem Wachstum, Hautproblemen und einem trockenen, stumpfen Fell.

Besonderheiten: Fett reguliert die Verdauung und sorgt dafür, dass verschluckte Haare abgeführt werden. Der Fettanteil (mind. 9 %) wirkt sich auf den Geschmack des Futters aus und damit auch ob die Katze es akzeptiert oder ablehnt. Ranziges Fett zerstört die fettlöslichen Vitamine, zu viel fetter Fisch verursacht Vitaminmangel.

Kohlenhydrate

In Form von Stärke oder Zucker* liefern Kohlenhydrate kurzzeitig abrufbare Energie. Sie sind weniger kalorienhaltig als Fett.

Wichtig für: körperliche Aktivität und besondere Belastungen, z. B. für trächtige und säugende Katzenmütter und nach Krankheit.

Quelle: Reich an Kohlenhydraten sind pflanzliche Produkte wie ungeschälter Reis, Weizen, Haferflocken, vollkornnudeln. Stärkehaltige Nahrung nur sparsam anbieten, um Gewichtsprobleme zu vermeiden.

bei Mangel: Enthält das Futter ausreichend Protein und Fett, können Katzen auch ohne Kohlenhydrate auskommen.

Besonderheiten: Kohlenhydratreiche Nahrung wird besser verdaut, wenn sie vor dem verfüttern gedünstet wird. Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind für Katzen ungeeignet.

Ballaststoffe

Ballaststoffe oder Rohfasern sind schwer odernicht verdauliche Nahrungsbestandteile.

Wichtig für: Ballaststoffe fördern die geregelte Verdauung, liefern aber keine Energie, da sie vom Organismus nicht verarbeitet werden.

Bedarf: Die Nahrung der Katze muss einen Anteil an Ballaststoffen enthalten, so wie es auch bei ihrer natürlichen Beute ( z.B. Haare und Sehnen der Maus) der Fall ist. Bei Fertignahrung ist dieser Bedarf berücksichtigt, selbt zubereitetem Futter kann man Weizenkleie oder ähnliche Produckte zuführen.

Bei Mangel: Verstopfung oder andere Verdauungsprobleme.

Vitamine

Vitamine (lat. Vita = Leben) sind Wirkstoffe. die nur in kleinen Mengen benötigt werden, aber für den gesamten Organismus und die Steuérung und Regulierung der biologischen Abläufe unverzichtbar sind. Fettlösliche Vitamine (A,D, E, K) kan der Organismus speichern, wasserlösliche wie die B-Vitamine nur unvollkommen, sie müssen nahezu täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitaminmangel wie auch  Überdosierung führt zur Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, zu Entwicklungsstörungen und Krankheit.

Vitamin A

Wichtig für: störungsfreies Wachstum und Gesunderhaltung von Haut, Augen und Organen.

Quelle: Katzen müssen Vitamin A z.B über rohe Leber oder Milchprodukte aufnehmen. Mensch und Hund können das Vitamin aus Karotin, der pflanzlichen Vorstufe, selbst herstellen. Reich an Karotin sind Tomaten, Möhren und Spinat.

 Bei Mangel: erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, Wachstumsstörungen, trockene Haut, eingeschränktes Sehvermögen (Nachtblindheit) bis hin zu Blindheit.

Besonderheiten: Bei übermäßiger Aufnahme (z.B. einseitige Ernährung mit Leber) reichert sich Vitamin A in den Organen an und verursacht Bewegungdprobleme und Knochenverformungen.

Vitamine des B-Komplexes

Die Wasserlöslichen Vitamine Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niazin, Pyrodoxin (B6), Vitamin B12, Folsäure, Panthothensäure, Biotin und Cholin müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Wichtig für: Nervenfunktionen, Knochenmark, Energiegewinnung und -verwertung, Fett- und Aminosäurstoffwechsel.

Quelle: Fleisch, Innereien, Milch, Fisch, Eier, Getreide, Hefe und andere tierische und pflanzliche Produkte.

Bei Mangel: unterschiedliche Symptome wie Erbrechen, Abmagerung, Wachstumsstörungen, Haarausfall, Krämpfe, Blutarmut.

Besonderheiten: Katzen brauchen bis zu viermal mehr B-Vitamine wie Hunde. Zu viel roher Fisch und das Eiweiß roher Eier können Vitamin B1 zerstören. Durch Kochen wird diese Wirkung verhindert.

Vitamin C

Wichtig für: Immunabwehr und Fitness.

Quelle: kann vom Organismus der Katze selbst erzeugt werden.

Bei Mangel: erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Wachstums- und Skelettprobleme.

Besonderheiten: Extraversorgung nur bei starker Belastung oder schwerer Krankheit.

Vitamin D

Wichtig für: gesundes Knochenwachstum und Kalziumhaushalt

Quelle: Reich an Vitamin D sind Leber, Eier (Eigelb) und Milchprodukte.

Bei Mangel: Knochenerweichung, Rachitis.

Besonderheiten: Überdosierung führt zur Futterverweigerung, Verkalkung von Weichteilen (Lunge, Niere) und Knochenbrüchen und verursacht bei Jungtieren Schäden an den Blutgefäßen. Zusätzliche Versorgung mit Vitamin D nur auf tierärztliche Anweisung.

Vitamin E

Wichtig für: Fortpflanzungsfähigkeit und die Verwertung von Fettsäuren.

Quelle: Fleisch, Fisch, Milchprodukte.

Bei Mangel: Muskelschwäche, Blutarmut, Unfruchtbarkeit und Totgeburten.

Besonderheiten: Durch ranziges Fett kann Vitamin E zerstört werden.

Vitamin K

Wichtig für: Blutgerinnung.

Quelle: Grünpflanzen, Spinat, Leber.

Bei Mangel: erhöhte Neigung zu Blutungen.

Besonderheiten: wird vermutlich vom Organismus der Katze selbst gebildet.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind für die Gesunderhaltung der Katze und viele Stoffwechselfunktionen ebenso lebennotwendig wie Vitamine. Am wichtigsten ist Natrium, mit dem sie über Fleisch und Fisch meist ausreichend versorgt wird. Einige Mineralstoffe (Natrium, Kalium, Chlor, Magnesium) beeinflussen sich gegenseitig, daher sind die Mengenanteile im Futter wichtig. Überdosierung kann bei vielen Minerstoffen zu gesundheitlichen Schäden führen.

Kalzium

Wichtig für: Knochenbildung, störungsfreie Funktionen von Muskeln und Nerven.

Quelle: Milch, Käse und Knochen.

Bei Mangel: Wachstumstörungen, Krämpfe, verzögerte Knochenbildung.

Besonderheiten:Überdosierung kann zur Knochenmissbildung führen.

Phosphor

Wichtig für: Knochenbildung.

Quelle: Fisch, Knochen, Milch

Bei Mangel: Rachitis.

Weitere Mineralstoffe

Kalium: wichtig fürFlüssigkeitshaushalt und Nerven, wird mit Fleisch und Milch aufgenommen. Bei Mangel Wachstumsprobleme, Herz- und Nierenschäden.

Magnesium: unterstützt Knochenbildung und Eiweißsynthese, liegt in Knochen und Getreide vor. Bei Mangel Erbrechen und Muskelschwäche, bei Überdosierung Durchfall.

Natrium: sorgt für einwandfreie Funktion von Muskeln und Nerven. Im Kochsalz ist es in ausreichender Menge in Fleisch und Fisch vorhanden. Bei Mangel Erschöpfung und verzögertes Wachstum. Zusammen mit Chlor, Kalium und Magnesium ist Natrium für den Wasserhaushalt wichtig.

Spurenelemente

Als Spurenelementebezeichnet man Mineralstoffe, die nur in kleinsten Mengen gebraucht werden. Dazu gehören

Eisen: Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der den Sauerstoff bindet.

Kupfer: wichtig für Sauerstofftransport.

Mangan: für Nerven, Haare, Pigmente.

Zink: wichtig für Verdauung und Gewebe.

Fluor: für gesunde Zähne und Knochen.

Jod: für die Funktion der Schilddrüse.

Was ist wo drin?

Fleisch: reiche an Protein und Fett. Auschließliche Fütterung mit Fleisch führt zum Kalziummangel (Gefahr von Knochenbrüchen und Lähmungen beim Jungtier, Skelettveränderungen bei der erwachsenen Katze). Fleisch enthält zu wenig fettlösliche Vitamine, Jod und Biotin (Vitamin B-Komplex).

Fisch: Reich an Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren. Zu wenig Kalzium, Vitamin A und Eisen. Roher Fisch zerstört Vitamin B1 (Thiamin).

Eier: nährstoff- und vitaminhaltig. Eiklar nicht Roh füttern (führt zu Haarausfall)

Leber: viel Protein  und Fett, besonders reich an Vitaminen, aber wenig Kalzium und Phosphor. Wirkt roh abführend, gekocht oder gebraten stopfend. Bei übermäßiger Verfütterung Gefahr einer Vitamin A Vergiftung.

Getreideprodukte: enthalten Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe und können von der Katze nur gekocht verwertet werden.

Milch: reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Viele erwachsene Katzen vertagen den Milchzucker in der Milch nicht. Bekömmlicher sind Quark und Joghurt.

 

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